es gibt da eine wahrnehmung, die mich schon länger begleitet.
und vielleicht kennst du sie auch.
wir sprechen von bewusstsein, von freiheit, von liebe –
und gleichzeitig entstehen auch in der spiritualität wieder neue regeln.
so und so ist es richtig.
das solltest du tun.
das brauchst du, um „wirklich“ angebunden zu sein.
karten legen.
räuchern.
kakao-zeremonien.
breathwork.
rituale zu bestimmten zeiten.
und plötzlich ist da wieder dieser druck.
dieses gefühl, etwas zu verpassen.
nicht richtig zu sein.
nicht genug zu tun – selbst auf dem weg zu sich selbst.
wenn spiritualität wieder leistung wird
was mich dabei besonders berührt:
wie sehr sich alte strukturen wiederholen.
hierarchien.
lehrer und schüler.
die einen wissen es, die anderen folgen.
und obwohl wir von einer neuen zeit sprechen,
fühlt es sich manchmal an wie die alte leistungsgesellschaft –
nur mit räucherstäbchen.
und genau dieser leistungsdruck wird es weiterhin verhindern, dass du deine
spiritualität, deine sensitivität zum leben erweckst.
spiritualität ist für mich etwas anderes.
gelebte spiritualität beginnt innen
für mich bedeutet spiritualität nicht, immer etwas zu tun.
sondern mich zu fragen:
wie fühle ich mich gerade wirklich?
was brauche ich jetzt – jenseits von trends, ritualen und erwartungen?
gelebte spiritualität heißt, in kontakt zu sein.
mit mir, mit meinem inneren raum.
mit dem, was leise in mir spricht.
sie beginnt damit, meine gefühle und bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen
raum zu geben.
und mich dann mit der quelle zu verbinden.
beides gehört für mich zusammen.
manchmal kann das auch eine karte legen sein.
manchmal tut ein ritual gut.
und manchmal ist es einfach nur atmen.
oder gar nichts tun.
der unterschied liegt nicht in der form –
sondern in der intention.
mache ich etwas, weil es von außen empfohlen wird?
oder weil es sich von innen stimmig anfühlt?
„du brauchst keinen lehrer, der dich beeinflusst,
du brauchst einen lehrer, der dich lehrt, dich nicht mehr beeinflussen zu
lassen.“
dieser spruch des dalai lama begleitet mich dabei.
er erinnert dich daran,
dass deine eigene wahrnehmung
dein wichtigster kompass ist.
und vielleicht ist genau das
die größte form von begleitung:
dich nicht abhängig zu machen,
sondern frei.
genau das ist für mich die essenz einer neuen spiritualität.
nicht wieder blind folgen, wenn uns jemand sagen will, wies richig geht.
stattdessen uns selbst ermächtigen, erkennen, unserer intuition wieder
vertrauen lernen.
vielfalt statt der wahrheit
es gibt nicht die wahrheit.
und das ist nichts, wovor wir angst haben müssten.
im gegenteil:
vielfalt ist das, was entwicklung überhaupt erst möglich macht.
wenn wir viele wahrheiten nebeneinander stehen lassen können –
wohlwollend, neugierig, offen –
dann entsteht etwas neues.
das zeigt sich auch energetisch und astrologisch immer deutlicher:
eine zeit der selbstermächtigung.
eine zeit, in der autoritäten im außen an bedeutung verlieren
und innere führung wichtiger wird.
lehrerinnen und begleiter, die sagen „so ist es richtig“,
werden es schwer haben.
weil es einfach keinem dient, wenn wir kopieren, was für andere stimmig ist.
lernen auf augenhöhe
in ein kurs in wundern heißt es sinngemäß:
lehrer und schüler sind gleichwertig im lernprozess.
und genau so fühlt sich für mich wahre begleitung an.
ich lerne von dir.
du lernst von mir.
wir wachsen gemeinsam.
du verpasst nichts
und vielleicht ist das die wichtigste botschaft für das neue jahr:
du verpasst nichts.
nicht, wenn du kein neujahrsritual machst.
nicht, wenn du keine kakao-zeremonie buchst.
nicht, wenn du gerade einfach müde bist.
du darfst nach innen hören.
du darfst heute etwas anderes brauchen als gestern.
du darfst deiner wahrnehmung vertrauen.
und wenn du heute lust hast zu räuchern – wundervoll.
wenn du heute einfach nur fühlen willst – genauso wundervoll.
spiritualität beginnt dort,
wo du dir selbst wieder zuhörst.
und vielleicht ist genau das
der beginn von etwas ganz neuem.