herrlich war das.
wirklich herrlich.
kein jahresrückblick.
keine vorschau.
kein „was war dein größtes learning?“.
kein gedanke daran, ob ich das jetzt teilen sollte.
kein griff zum handy mit dem impuls: das wäre eigentlich ein schönes foto.
morgens bin ich, gmeinsam mit meiner tochter, die uns hier in portugal besucht
hat,
tief in die rauhnächte energie eingetaucht.
mittags saß ich entweder mit einer dampfenden tasse café in der sonne oder
bei regen eingekuschelt auf dem sofa und habe in einem buch geschmökert-
herrlich.
ich bin an bächen entlanggelaufen, die nur jetzt im winter und frühling gefüllt sind.
habe einfach dem rauschen gelauscht. die natur bestaunt.
und nichts davon dokumentiert.
ich war im hier und jetzt und habe das jomo = joy of missing out – das pendant
zu fomo = fear of missing out, soooo genossen.
und es hat sich so richtig angefühlt.
nichts verpassen – und genau das genießen
ich habe in diesen wochen gemerkt, wie sehr ich es genieße,
nicht dabei zu sein.
nicht zu wissen, wer gerade wo ist.
nicht zu sehen, wer was erlebt.
nicht mitzuschwingen mit dem tempo anderer.
ich glaube ja sowieso, dass motto in diesem jahr ist:
„mut heisst nicht tempo“.
stattdessen war da raum und zeit.
für langsame morgende.
für frühes aufstehen.
für stille.
für gemeinsames miteinander in der family- herrlich.
„joy of missing out“ –
vielleicht ist es ja genau was uns hilft wieder mehr zu uns selbst, zu unserer
seele zu finden.
was bedeutet joy of missing out im alltag bedeutet und warum es dir freiheit schenkt
wenn das außen leiser wird, meldet sich der körper
was passiert, wenn man weniger aufnimmt, ist ziemlich simpel:
der körper wird hörbar.
müdigkeit. spannung. aber auch weite.
atmen wird tiefer. gedanken langsamer.
für mich sind übungen aus dem yoga eine wohltat.
es geht mir gar nicht um beweglichkeit,
aber das gefühl, wirklich bei mir selbst zu sein, erlebe ich hier sehr intensiv.
auch der atem verändert sich dadurch und hilft mir
gut mit mir selbst verbunden zu sein.
längeres ausatmen.wechselatmung. hand auf dem bauch und dabei tief
einatmen.
nichts kompliziertes.
einfach da sein.
weniger ablenkung heißt auch: nichts überspringen
wenn wir nicht ständig beschäftigt sind,
tauchen gefühle auf.
nicht spektakulär.
eher leise. manchmal unbequem.
joy of missing out heißt für mich auch,
diese gefühle nicht sofort zu übergehen.
manchmal hilft es, sie über den körper zu regulieren.
manche frauen nutzen dafür eft.
andere arbeiten körperorientiert.
bei tieferen prägungen kann emdr ein hilfreicher weg sein.
es geht nicht darum etwas „wegzumachen“, eher es zu integrieren.
das beruhigt unsere nerven.
sensitivität ist nichts neues – sie wird in diesem jahr wieder spürbarer
sensitiv zu sein heißt nicht,
alles stärker zu fühlen.
es heißt, feiner wahrzunehmen.
früher zu merken, wann etwas nicht mehr passt.
nicht erst, wenn der körper streikt.
wir werden alle mit ihr geboren, aber durch zu viel druck von aussen und
permanente ablenkung im aussen führt sie oft einen dornröschenschlaf in uns.
achtsamkeit ist dafür kein großes ritual.
oft reicht es, einen moment länger zu warten,
bevor man reagiert.
zu spüren:
will ich das gerade wirklich aufnehmen?
oder reicht es, bei mir zu bleiben?
mitgefühl ohne sich zu verlieren
nicht jede information ist meine.
nicht jede emotion muss durch mich hindurch.
abstand hilft bei mir zu bleiben. und damit kann ich etwas wandeln in der welt.
wenn ich weniger im außen bin,
bleibe ich leichter im herzen.
ohne mich zu verausgaben.
stille ist kein leerraum
stille fühlt sich am anfang manchmal ungewohnt an.
fast so, als müsste man sie füllen.
aber je länger man bleibt,
desto klarer wird:
da ist nichts leer.
stille sortiert.
stille klärt.
stille erinnert.
je grösser die stille, desto mehr können wir uns mit unserer seele verbinden.
in unserer oft so seelenlosen welt ist dies ein grosses geschenk.
mein resumee
joy of missing out ist für mich kein rückzug-
es ist ein zurückkommen zu mir selbst.
zu meinem tempo.
zu dem, was ich wirklich wahrnehme.
und:
zum wahren leben.
es hat mir mehr erkenntnisse geschenkt, als all das viele wissen.
und vielleicht ist genau das gerade das größte geschenk.