von belanglos zu besonders – mit 52 ist das leben noch lange nicht vorbei

von belanglos zu besonders 

„boah, mama, ich finde das so genial, dass du dir in deinem alter (ich 52- schockiert) noch solche tiefgründigen gedanken über dein leben machst. viele in deinem alter nehmen halt einfach hin wie’s ist. haben sich gemütlich eingerichtet. dämmern vor sich hin.“

das sagt sie mir in unserem gespräch, als ich laut über mein leben nachdenke.

man muss dazu sagen:

vor 4 jahren haben wir die zelte in deutschland abgebrochen, alles verkauft und sind nach portugal ausgewandert.

meine süsse lebt und studiert in deutschland.

was ich damit meine:

viele denken jetzt vielleicht:

„ok, riesen entscheidung, alles auf neu, das ist es genug für die restlichen jahre.“

bei mir ist das nicht so…und ich glaube, auch aus meinen beratungen, dass es vielen tiefgründigen, bewussten frauen auch so geht.

wir suchen nach bedeutung im leben, einem höheren sinn, etwas grösserem und haben einfach angst davor in der belanglosigkeit des immer gleichen verloren zu gehen. gerald hüther sagte neulich: „das leben ist immer entfaltung. was sich nicht mehr entfaltet, in der natur, ist tot.“ und davor haben wir ja dann doch angst.

die kinder sind gross, der job mehr gewohnheit, als inspiration und das leben mit schatzi ist nett, aber „nett ist eben auch die kleine schwester von scheisse“.

viele jahre haben wir uns danach gesehnt- ein wohnzimmer, dass länger als 5min ordentlich ist und nun erkennen wir:

leben im museum fühlt sich alt an, kalt und soooooo langweilig.

wir suchen nach bedeutung und wollen uns nicht weiter in kleinigkeiten verlieren.

überfüllt mir visionen, ideen und sehnsüchten verlieren wir uns jedoch gerne im gedankenkarusell und das führt uns immer öfter in die frustration, wut oder auch hoffnungslosigkeit.

und je älter wir werden, desto schmerzlicher werden uns verpasste chancen bewusst.

wir brauchen nicht nur eine neue struktur, sondern suchen nach einer höheren ordnung, die uns sinn schenkt.

meist begegenen uns eher solche aussagen wie:

„musst du es schon wieder so kompliziert machen?“

„also ich hätte das anders gemacht.“

„du denkst zu viel. kannst es nicht einfach mal gut sein lassen?“- 

„schau doch mal, was du alles hast. man muss doch auch mal zufrieden sein.“

jajaja…denkst du dir und gleichzeitig: „NEIN! ICH WILL DAS SO NICHT MEHR!“

diese zeit in den wechseljahren ist, trotz aller herausforderungen, eine tolle zeit.

denn endlich, endlich kann es einmal um uns selbst gehen.

wir haben ja sonst alles im leben gewuppt, darauf dürfen wir stolz sein, uns auf die schulter klopfen, für all die anpassungen, um einen guten partner zu finden, für all die schlaflosen nächte – erst wegen „bauch-aua“ und kotzen, dann kotzen wegen zu viel alkohol..

nebenher haben wir uns noch irgendwie beruflich verwirklicht oder eben das was uns möglich war. 

und jetzt mit 52 – da machen wir doch nicht schluss damit.

jetzt ist besser als nie zuvor. „ jetzt bin ich dran, du schönes leben.“, schreien wir ins universum, die einen laut, die andern leise.

was wir dafür brauchen:

die bereitschaft loszulassen, zu verändern, zu versuchen, zu scheitern, denn nur so geben wir dem schönen, anderen leben überhaupt erst eine überlebenschance.

auf eines dürfen wir dabei besonders achtgeben, es ist das valium für dein erwachen deine gewohnheiten. 

und bevor du an so grosse veränderungen denkst, wie auswandern oder trennung, beginne damit die kleinen rädchen, die kleinen gewohnheiten in deinem alltag zu ändern…das hilft dir ganz bestimmt.

in diesem sinne: werde, die du sein willst & bleib’ einzigfrech.

deine franka vom casa franka in portugal