es gibt eine form von spiritualität, sei es bei numerologie readings oder beim
lesen von horoskopen- selbst bei energetischer arbeit:
die fühlt sich erst einmal gut an.
sie erklärt.
sie tröstet.
sie ordnet ein.
und doch bleibt trotz des ganzen wissens
oft alles beim alten.
man erkennt sich wieder.
man nickt innerlich.
man fühlt sich kurz gesehen.
und dann geht der alltag weiter wie zuvor.
wenn verstehen zur ausrede wird
ich erlebe viele frauen,
die unglaublich viel wissen.
über sich.
über ihre muster.
über ihre geschichte.
und gleichzeitig stehen sie genau dort,
wo sie schon lange nicht mehr stehen wollten.
sie sind in keinem fall unfähig- nein,
aber wissen alleine bringt eben nichts in bewegung.
veränderung beginnt nicht mit wissen.
sie beginnt mit annahme.
annahme ist kein aufgeben
annahme wird oft missverstanden.
als sich abfinden.
als „so bin ich halt“.
doch das ist nicht, was ich meine.
annahme bedeutet,
den moment nicht mehr zu bekämpfen.
aufzuhören, sich selbst zu optimieren,
bevor man sich überhaupt gefühlt hat.
carl rogers, einer der wichtigsten psychotherapeuten unserer zeit,
hat es sehr klar formuliert:
„erst wenn wir annehmen, was ist,
kann sich etwas verändern.“
nicht vorher.
nicht durch schönreden.
nicht durch positives denken.
sondern durch ehrlichkeit und annahme.
schönwetter-spiritualität reicht nicht mehr
wir leben in einer zeit,
in der vieles weichgespült wird.
auch die spiritualität.
alles soll sich leicht anfühlen.
alles soll sich gut anfühlen.
alles soll möglichst schnell gelöst sein.
doch echte entwicklung
ist nicht immer angenehm.
sie fordert mut.
sie fordert verantwortung.
sie fordert, hinzusehen,
wo wir uns selbst ausweichen.
und ja –
das kann unbequem sein.
aber es ist auch befreiend.
was gelebte spiritualität für mich bedeutet
für mich hat spiritualität nichts damit zu tun,
sich ständig zu erhöhen oder zu optimieren.
sondern damit,
sich im eigenen leben zu verkörpern.
zu fragen:
- was fühle ich wirklich?
- wo weiche ich meinen gefühlen aus? wo ignoriere ich meine bedürfnisse?
- wo brauche ich ehrlichkeit und keine illusion?
gelebte spiritualität zeigt sich nicht im ritual,
sondern im alltag.
nicht im wissen, sondern im annehmen und dann im handeln, im mutigen
tun.
mut kommt nach der annahme
erst wenn ich anerkenne,
wo ich gerade stehe,
kann ich eine neue richtung wählen.
und dann kommt der mut.
mut, etwas anders zu machen.
mut, alte sicherheiten loszulassen.
mut, nicht mehr allen zu gefallen.
das ist keine schnelle lösung.
aber eine echte und befreiende.
warum ich so arbeite, wie ich arbeite
ich arbeite nicht,
um menschen zu analysieren oder festzulegen.
ich arbeite,
um räume zu öffnen.
räume, in denen ehrlichkeit möglich ist.
räume, in denen das unterbewusstsein mitgenommen wird.
räume, in denen erkenntnis nicht endet,
sondern beginnt.
ich verbinde dabei verschiedene ebenen –
energetisch, spirituell, therapeutisch –
um allen ebenen, die uns als mensch ausmachen raum zu geben.
damit das, was erkannt wird,
auch gelebt werden kann.
kein schneller weg – aber ein wahrer
dieser weg ist nichts für schönwetter.
nichts für „ich will mich kurz besser fühlen“.
aber er ist für frauen,
die wirklich etwas verändern wollen.
in sich.
und dadurch in ihrem leben.
und vielleicht ist genau das
die kraftvollste form von spiritualität,
die wir heute brauchen.